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February 16 quote of the day"Wenn du deinen größten Gegner verlierst, verlierst du auch einen Teil deiner selbst."
John McEnroe (*1959), US-amerikanischer Tennisspieler July 11 Rekorde und Besonderheiten der WM 2006Deutschland erfüllte nicht nur alle Erwartungen bezüglich Organisation und Stimmung. Die Endrunde 2006 wird auch als WM der Rekorde in die Geschichte eingehen. Die FIFA hat 25 "Besonderheiten" zusammengestellt:
1. Der schwedische Stürmer Marcus Allbäck erzielte am 20. Juni in der 52. Minute des Spiels gegen England mit dem 1:1 das 2000. Tor der WM-Geschichte (Endstand 2:2).
2. Die Schweiz ist das weltweit erste Team, das ohne Gegentor in der regulären Spielzeit aus einer WM ausschied.
3. Der Portugiese Ricardo ist der erste Torhüter, der bei einer WM im Penaltyschiessen drei Schüsse parierte.
4. Deutschland ist die einzige Mannschaft, die schon viermal bei Weltmeisterschaften zum Penaltyschiessen antreten musste und ausnahmslos alle gewann.
5. Mit 18 Jahren und 357 Tagen wurde der Argentinier Lionel Messi der fünftjüngste WM-Torschütze aller Zeiten. Er traf zum 6:0 gegen Serbien-Montenegro. Jüngster WM-Torschütze ist Pelé (17 Jahre 239 Tage).
6. Der fünftälteste Torschütze ist jetzt der Iraner Yahya Golmohammadi, der bei seinem Treffer zum 1:1 gegen Mexiko (Endstand 1:3) exakt 36 Jahre und 84 Tage alt war.
7. Beim Spiel gegen die Ukraine wurde der tunesische Torhüter Ali Boumnijel mit 40 Jahren und 71 Tagen der fünftälteste WM-Spieler aller Zeiten.
8. Togos Coach Otto Pfister (68 Jahre und 211 Tage) war der zweitälteste und der Spanier Luis Aragones (67 Jahre und 334 Tage) der drittälteste Trainer der WM-Geschichte.
9. Der französische Keeper Fabien Barthez blieb bei drei Weltmeisterschaften insgesamt zehnmal ohne Gegentor und stellte damit den Rekord des Engländers Peter Shilton ein.
10. Das Unentschieden von Portugal nach Verlängerung im Viertelfinale gegen England beendete die Serie von Luiz Felipe Scolari, der als Trainer von Brasilien und Portugal bis dahin elf Spiele in Folge gewonnen hatte. Dennoch sind zwölf Spiele ohne Niederlage für einen WM-Coach ebenfalls Rekord.
11. Mit den Siegen in den ersten vier Begegnungen stellte Brasilien einen neuen Rekord von insgesamt elf WM-Siegen in Folge auf.
12. Der italienische Goalie Gianluigi Buffon hatte vor Anpfiff des Finals 453 Minuten lang kein Gegentor kassiert -- nur vier Torhüter vor ihm behielten noch länger eine weisse Weste. Sollte er auch die ersten 65 Minuten im Endspiel keinen Treffer kassieren, wäre er neuer Rekordhalter (noch Walter Zenga mit 517 Minuten).
13. Horacio Elizondo (Arg) ist der erste Schiedsrichter, der sowohl das Eröffnungs- als auch das Endspiel leitete.
14. Der Mexikaner Benito Archundia war der erste Schiedsrichter, der fünf Spiele bei einer WM pfeifen durfte. Elizondo ist nach dem Final am Sonntag der zweite.
15. Zwölf gelbe Karten und vier Ausschlüsse: Derart viele Verwarnungen und Platzverweise wie im Achtelfinal zwischen Portugal und Holland wurden noch nie zuvor in einem einzelnen WM-Spiel verhängt.
16. Cafu bestritt in Deutschland sein 20. WM-Spiel, mehr hat kein anderer Brasilianer je geschafft. Zugleich wurde er der Spieler mit den meisten WM-Siegen (insgesamt 16). Am meisten WM-Spiele weist Lothar Matthäus (25) auf.
17. Ronaldo schoss mit dem 1:0 im Achtelfinale gegen Ghana (Endstand 3:0) sein 15. WM-Tor und überholte damit Gerd Müller, der bisher mit 14 Treffern die ewige Torschützenliste angeführt hatte.
18. Guus Hiddink hat dreimal hintereinander mit drei unterschiedlichen Teams mindestens die Achtelfinals erreicht: 1998 mit Holland (Halbfinal), 2002 mit Südkorea (Halbfinal) und 2006 mit Australien (Achtelfinal).
19. Der Brasilianer Carlos Alberto Parreira hat als einziger Trainer der Welt bei Weltmeisterschaften schon gegen Teams aus allen sechs FIFA-Konföderationen gespielt.
20. Parreira egalisierte den bisher alleine von Trainer Bora Milutinovic gehaltenen Rekord von fünf WM-Teilnahmen.
21. Parreira feierte ausserdem sein 20. WM-Spiel als Trainer, ebenso viele haben Mario Zagallo und Milutinovic geschafft. An der Spitze dieser Liste liegt Helmut Schön mit 25 Spielen.
22. Der Achtelfinal zwischen Frankreich und Spanien (3:1) war das insgesamt 700. Weltmeisterschaftsspiel.
23. Das von der Ukraine mit 3:0 gewonnene Penaltyschiessen im Achtelfinal gegen die Schweiz war das niedrigste Ergebnis eines WM-Penaltyschiessens. Die Schweizer sind zudem das einzige Team, das bei einer solchen Entscheidung nicht einen einzigen Penalty verwandelt hat.
24. Italiens elf WM-Tore bis zum Endspiel wurden von zehn verschiedenen Spielern erzielt. Damit stellten die Italiener den bisherigen Rekord Frankreichs aus dem Jahr 1982 ein.
25. Die durchschnittliche Zuschauerzahl von rund 52 500 ist die zweithöchste in der WM-Geschichte. Nur die Spiele in den USA 1994 wurden von mehr Menschen live verfolgt. July 09 Italien zum vierten Mal WeltmeisterMaterazzi (2. v.l.) brachte die Italiener mit dem 1:1 zurück ins Spiel -EQ-
[Bild: Keystone]
Italien sicherte sich im Penaltyschiessen des 18. Finals gegen Frankreich den vierten WM-Titel. Während alle Italiener trafen, scheiterte David Trezeguet als zweiter französischer Schütze an der Lattenunterkante.
Erstmals in seiner Geschichte gewann Italien an einer WM ein Penaltyschiessen. In der regulären Spielzeit schienen die Italiener platt und wehrten sich gegen die Angriffe Frankreichs, doch in der finalen Entscheidung trafen Andrea Pirlo, Marco Materazzi, Daniele De Rossi, Alessandro Del Piero und Fabio Grosso, der schon den entscheidenden Treffer im Halbfinal gegen Deutschland erzielt hatte, trafen vom Penaltypunkt sicher. Für Frankreich trafen Sylvain Wiltord, Eric Abidal und Willy Sagnol, weil aber Trezeguets Versuch von der Lattenunterkante auf und nicht hinter die Linie prallte, jubelte am Ende nicht unverdient Italien.
In der Verlängerung hatten Zinédine Zidane, der mit einem Penaltytor sein Team schon in der 7. Minute in Führung gebracht hatte und in der Verlängerung nach einer Tätlichkeit gegen Materazzi des Feldes verwiesen wurde, mit einem von Gianluigi Buffon sensationell abgewehrten Kopfball und Franck Ribéry die grössten Chancen, Frankreich vorzeitig zum zweiten WM-Titel zu schiessen. Die Italiener wirkten je länger das Spiel dauerte desto müder. Offensivaktionen hatte das Team von Marcello Lippi nach Luca Tonis Abseitstor in der 62. Minute.
Das Spiel begann sehr turbulent: Schon nach rund 40 Sekunden blieb Thierry Henry nach einem Zusammenprall mit Italiens Captain Fabio Cannavaro, der sein 100. Länderspiel bestritt, benommen liegen. Der französische Topskorer konnte jedoch nach dreiminütiger Pflege weiterspielen. Lanciert wurde die Partie nach fünf Minuten, als der reichlich übermotivierte Einsatz Materazzis gegen Florent Malouda zu einem Penalty führte, den Zidane via Lattenunterkante zur frühen Führung verwertete. Nur zwölf Minuten später korrigierte Materazzi seinen eigenen Fehlstart mit einem schönen Kopfballtor zum 1:1.
Die Italiener übernahmen nach dem Rückstand sofort das Spielgeschehen; die Statistiker notierten zum Zeitpunkt des Ausgleichs 70 Prozent Ballbesitz für die "Squadra Azzurra". Pech hatten die Italiener ausserdem bei einem Lattenkopfball von Luca Toni, erneut nach einem Corner von Andrea Pirlo (36.). Unmittelbar zuvor hatte Liliam Thuram in seinem 121. Länderspiel nach schönem Durchspiel in extremis gegen Toni gerettet. Es waren nach dem Ausgleich jedoch die einzigen brenzligen Situationen in den Strafräumen nach dem Ausgleich von Materazzi.
Erst nach dem Seitenwechsel traten auch die Franzosen druckvoller auf und sorgten vor Buffon für einige Unruhe. Vor allem Henry setzte sich mit seinen schnellen Dribblings wiederholt gefährlich in Szene, fand aber bei seinen Abschlüssen (46./63.) in Buffon seinen Meister und bei seinen Zuspielen (50.) keinen Abnehmer. Lippi reagierte auf die Druckphase Frankreichs und schickte mit Vincenzo Iaquinta einen zweiten Stürmer aufs Feld, worauf sich das Spielgeschehen zumindest wieder ausglich.
Die Italiener leisteten sich in ihrem sechsten WM-Final vor allem im Spielaufbau erstaunlich viele Fehler und wirkten gedanklich weniger frisch als ihr Gegner. Vom im Halbfinal gegen Deutschland überzeugend gezeigten Kombinationsspiel und Offensivdrang war über weite Strecken nichts zu sehen. Und als sie sich doch durchgespielt hatten, wurde Tonis Kopfballtreffer zum vermeintlichen 2:1 zurecht wegen Offside aberkannt (62.).
Trotz ihrer Überlegenheit brachte die "Equipe tricolore" die italienische Verteidigung nur selten in Verlegenheit. An der vom überragenden Abwehrchef Cannavaro angeführten Defensive prallten die Franzosen Mal um Mal ab, obwohl auf den Aussenbahnen Malouda und Franck Ribéry die Aussenverteidiger Gianluca Zambrotta und Fabio Grosso wiederholt mit ihrer Schnelligkeit überforderten. Allerdings fanden auch auf der anderen Seite die Italiener kaum Mittel gegen Frankreichs Rekord-Internationalen Thuram und William Gallas. Es war symptomatisch, dass Italien nach einer sogenannten Standardsituation zum Treffer kam.
Im letzten Spiel seiner Karriere zeigte Zidane nicht nur mit seinem spektakulär verwandelten Penalty sein grosses Können. Immer wieder sorgte der Südfranzose mit seinen Geniestreichen für Highlights in der nach dem Ausgleich zuweilen sehr zerfahrenen Partie. Der 34-Jährige beendete sein 108. Länderspiel auch nicht vorzeitig, als er sich nach einem Zweikampf mit Cannavaro an der Schulter verletzte. Erst in der Verlängerung zeigte Zidane sein hässliche Fratze, als er Materazzi einen Kopfstoss gegen die Brust versetzte und von Schiedsrichter Horacio Elizondo zurecht die Rote Karte sah.
Italien - Frankreich 1:1 (1:1, 1:1) n.V. Italien 5:3-Sieger im Penaltyschiessen
Olympiastadion, Berlin. -- 69#000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Elizondo (Arg). -- Tore: 7. Zidane (Foulpenalty) 1:0. 19. Materazzi 1:1. -- Penaltyschiessen: Pirlo 1:0, Wiltord 1:1; Materazzi 2:1, Trezeguet 2:1 (Latte); De Rossi 3:1, Abidal 3:2; Del Piero 4:2, Sagnol 4:3; Grosso 5:3.
Italien: Buffon; Zambrotta, Cannavaro, Materazzi, Grosso; Camoranesi (86. Del Piero), Gattuso, Pirlo, Perrotta (61. Iaquinta); Totti (61. De Rossi); Toni. Frankreich: Barthez; Sagnol, Thuram, Gallas, Abidal; Vieira (57. Diarra), Makelele; Ribéry (100. Trezeguet), Zidane, Malouda; Henry (107. Wiltord).
Bemerkungen: Italien ohne Nesta (verletzt), Frankreich ohne Saha (gesperrt). 36. Lattenkopfball von Toni. 56. Vieira verletzt ausgeschieden (Oberschenkel). 62. Tor von Toni aberkannt (Offside). 110. Rote Karte gegen Zidane (Tätlichkeit gegen Materazzi). Verwarnungen: 5. Zambrotta (Foul). 12. Sagnol (Foul), 76. Diarra (Foul), 111. Malouda (Reklamieren). Deutschland gewinnt das Spiel um Platz 3[Bild: EQ Picture Service] Torhüter Ricardo, der im Viertelfinal gegen England drei Elfmeter im Penaltyschiessen abgewehrt hatte, liess in der 57. Minute einen unplatzierten Weitschuss von Bastian Schweinsteiger passieren. Kurz darauf lenkte der eingewechselte Petit eine scharf getretene Freistossflanke von Schweinsteiger ins eigene Tor. Den Schlusspunkt setzte nochmals der Mittelfeldspieler der Bayern nach 78 Minuten mit einem - diesmal unhaltbaren - Schuss von ausserhalb des Strafraums zum 3:0. Den Ehrentreffer der Portugiesen erzielte Nuno Gomes per Kopfball zum 1:3. Spannung kam nicht mehr auf, weil nur noch etwa fünf Minuten zu spielen waren. Die Deutschen wie die Portugiesen hatten gegenüber den verlorenen Halbfinalpartien einige Wechsel vorgenommen. So hütete Oliver Kahn wie angekündigt anstelle von Jens Lehmann das Tor der Deutschen. Drei-, viermal musste Kahn in höchster Not retten. Beim Gegentor war er machtlos. Ganz Deutschland feiert nun die eigene Mannschaft als "Weltmeister der Herzen". Der richtige Weltmeister wird am Sonntagabend ab 20 Uhr im Final zwischen Italien und Frankreich in Berlin erkoren. Deutschland - Portugal 3:1 (0:0) Gottlieb-Daimler-Stadion. -- 52 000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Kamikawa (Jap). -- Tor: 56. Schweinsteiger 1:0. 61. Petit (Eigentor) 2:0. 78. Schweinsteiger 3:0. 88. Nuno Gomes 3:1. Deutschland: Kahn; Lahm, Nowotny, Metzelder, Jansen; Schneider, Kehl, Frings, Schweinsteiger (79. Hitzlsperger); Podolski (71. Hanke), Klose (65. Neuville). Portugal: Ricardo; Ferreira, Meira, Costa, Nuno Valente (69. Nuno Gomes); Costinha (46. Petit), Maniche; Cristiano Ronaldo, Deco, Simão; Pauleta (77. Figo). Bemerkungen: Deutschland ohne Huth (beim Warmlaufen verletzt), Mertesacker, Borowski, Friedrich und Ballack (alle verletzt), Portugal ohne Carvalho (gesperrt) und Miguel (verletzt). -- Verwarnungen: 7. Frings (Foul), 24. Costa (Foul), 33. Costinha (Foul), 60. Ferreira (Foul), 78. Schweinsteiger (übertriebener Torjubel). "Klinsimania" am Brandenburger Tor mit 500 000 Fans[Bild: EQ Picture Service] Als die Torhüter Jens Lehmann, Oliver Kahn und Timo Hildebrand als erste Spieler die Bühne betraten, brach ohrenbetäubender Lärm aus. Die Strasse des 17. Juni versank in einem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer. Alle Spieler trugen T-Shirts mit den Aufschriften "Danke Deutschland" und "Teamgeist - 82 Millionen". Damit spielten sie auf die uneingeschränkte Unterstützung der gesamten deutschen Bevölkerung an. Zum Abschluss entrollten Ballack und Co. ein Riesenplakat mit der Aufschrift: "Fans, wir danken Euch - Ihr seid Fan-Weltmeister." July 07 Sagen neben Figo auch Kahn, Klinsmann und Scolari Adieu?[Bild: EQ Picture Service] Während Podolski an dieser WM seine internationale Karriere lanciert hat, geht morgen Abend ein prägender Abschnitt des Lebens für Luis Figo mit Sicherheit, für Oliver Kahn wahrscheinlich und für die Trainer Jürgen Klinsmann und Luiz Felipe Scolari vielleicht zu Ende. Abschied 1! Luis Figo wird im Spiel um Platz 3 das 127. und letzte Länderspiel bestreiten. Der Junioren-Weltmeister von 1991 und Weltfussballer von 2001 wird sich in Zukunft nur noch auf sein Engagement bei Inter Mailand konzentrieren. Abschied 2? Offiziell ist es nicht, aber jedermann mutmasst, dass Oliver Kahn zum letzten Mal für Deutschland im Tor steht. Dass er gegen Portugal zum ersten Einsatz bei dieser WM kommt, verdankt der 37-Jährige gemäss Trainer Klinsmann dem "professionellen und mannschaftsdienlichen Verhalten" während der letzten Wochen. Für Kahn ist es das 86. Länderspiel. Abschied 3? Trotz Euphorie, Liebesbezeugungen und Lobeshymnen im ganzen Land hat sich Jürgen Klinsmann noch nicht entschieden, ob er Trainer Deutschlands bleibt. In Umfragen erreichten die Pro-Klinsmann-Voten in den letzten Tagen Quoten von über 90 Prozent. Doch entscheiden will sich der Wahl-Amerikaner erst in den kommenden Wochen - nach intensiven Diskussionen mit seiner Familie. Abschied 4? Nach einem Bericht der portugiesischen Sportzeitung "Record" soll Luiz Felipe Scolari die Vertragsverlängerung mit dem Verband abgelehnt haben. Der Brasilianer soll mehrere Angebote von italienischen Vereinen haben, will aber zunächst eine schöpferische Pause einlegen. Die voraussichtlichen Aufstellungen: Deutschland - Portugal. -- WM-Stadion Stuttgart. -- 21.00 Uhr. -- SR Toru Kamikawa (Jap). Deutschland: 12 Kahn; 16 Lahm, 21 Metzelder, 4 Huth, 2 Jansen; 19 Schneider, 8 Frings, 5 Kehl, 7 Schweinsteiger/18 Borowski; 11 Klose, 20 Podolski/10 Neuville. Portugal: 1 Ricardo; 2 Paulo Ferreira, 5 Fernando Meira, 4 Ricardo Costa, 14 Nuno Valente; 6 Costinha, 18 Maniche; 7 Figo, 20 Deco, 17 Cristiano Ronaldo; 9 Pauleta. Bemerkungen: Deutschland ohne Ballack, Mertesacker und Friedreich (alle verletzt), Portugal ohne Ricardo Carvalho (gesperrt) und Miguel (verletzt). Federer zum vierten Mal im Wimbledon-Final[Bild: EQ Picture Service] Nach einem halbwegs ausgeglichenen Beginn - Federer führte mit Break dennoch 3:2 - gewann der Baselbieter die nächsten elf Games. Was immer Björkman auch probierte, Federer hatte die bessere Antwort. Die Gesamt-Punktbilanz von 80:43 spricht Bände. Federer hat damit seinen neunten Major-Final erreicht und dies erstmals ohne Satzverlust. Bisher war er zweimal mit weisser Weste in die Halbfinals vorgedrungen, hatte dann aber gegen die Geburtstagskinder Marat Safin (Melbourne 2005) und Rafael Nadal (Paris 2005) seine einzigen Niederlagen in diesem Stadium erlitten. Ein weiterer Eintrag in die Geschichtsbücher ist Federer sicher: Er ist der erste Mann in der "Open Era", der fünf Major-Finals in Serie erreicht. In dieser Form könnte er sogar eine sensationelle Marke von Björn Borg egalisieren: Der Schwede triumphierte 1976 bei den All England Championships ohne Satzverlust. July 06 Dies und Das aus DeutschlandNach dem Ausscheiden im Halbfinal wandten die Deutschen die Melodie des Beatles-Klassikers "Yellow Submarine" auf sich selbst an und sangen: "Wir sind nur ein Bockwurstlieferant."
Zuvor hatten die deutschen Fans ihre Gegner als "Möbellieferanten" (Schweden), "Rindfleischlieferanten" (Argentinien) und "Pizzalieferanten" (Italien) bespöttelt.
Placido Domingo singt zum Abschluss
Einer der weltweit bedeutendsten Tenöre, Placido Domingo, wird am 9. Juli im Berliner Olympiastadion im Rahmen des Finals der WM auftreten. Dabei wird er, laut seiner Plattenfirma, den eigens von seinem Sohn komponierten Song "Willkommen bei uns" vortragen.
Und keiner hört zu...
Im Augenblick des italienischen Triumphes über Deutschland verwandelte sich selbst der ansonsten eher stoisch ruhige italienische Ministerpräsident Romano Prodi in einen leidenschaftlichen "Tifoso". Zum Leidwesen des Personenschutzes begab sich der Politiker nach dem Schlusspfiff in die italienische Kabine und hielt eine Ansprache, die im Jubel aber total unterging. "Wir haben kein Wort verstanden", gestand Francesco Totti.
Schussschwach
Für Just Fontaine steht fest, warum die Stürmer an dieser WM so selten treffen. "Ich habe 1958 20 Mal aufs Tor geschossen und 13 Mal getroffen. Es gibt keinen Torhüter, den man nicht bezwingen kann, aber die heutigen Stürmer schiessen einfach zu schlecht" sagte der 72-jährige in einem Zeitungsinterview.
Deutscher TV-Rekord im Halbfinal
Der WM-Halbfinal Deutschland - Italien hat für einen Rekord im ZDF gesorgt. Mit 29,66 Millionen TV-Zuschauer (Marktanteil 84,1 Prozent) wurde der höchste Wert seit der deutschen Wiedervereinigung gemessen. In der Verlängerung, als die Italiener die Tore zum 2:0-Sieg erzielten, sassen sogar 31,31 Millionen vor dem Bildschirm. Die alte Höchstmarke vom EM-Final 1996 Deutschland - Tschechien stand auf 28,44 Millionen. Zukunft von Jürgen Klinsmann bleibt offenJürgen Klinsmann hat sich noch nicht festgelegt, ob er weiter Trainer der deutschen Nationalmannschaft bleiben will. Der in Kalifornien wohnende Schwabe will sich erst nach der WM und nach Gesprächen mit seiner Frau entscheiden.
Ausgerechnet Franz Beckenbauer und Uli Hoeness, einst grösste Kritiker des Nationalcoachs, sprachen sich nach der bitteren 0:2-Niederlage von Deutschland im Halbfinal gegen Italien für einen Verbleib von Klinsmann aus. "Es wäre sehr wichtig für den deutschen Fussball, wenn er bei der Stange bliebe", sagte Hoeness.
Klinsmann wollte sich allerdings noch nicht über seine Zukunftspläne äussern: "Ich werde mich nächste Woche in aller Ruhe mit meiner Frau zusammensetzen und dann werden wir eine Entscheidung treffen. Ich weiss es selbst noch nicht, ob ich weitermache. Ich muss jetzt erst einmal alles 'sacken' lassen. Es ist in den letzten zwei Jahren viel passiert, auch bei mir. Ich brauche einfach ein paar Tage zum Durchschnaufen." Es kommt zur Finalissima Frankreich - ItalienFrankreich steht zum zweiten Mal im WM-Final. Nach Mitfavorit Spanien und Topfavorit Brasilien schlugen "les bleus" auch Geheimtipp Portugal. Das 1:0-Siegestor im Halbfinal schoss Zinedine Zidane mittels Penalty (33.).
Im Final am nächsten Sonntag in Berlin trifft Frankreich auf Italien. Es kommt damit zur Revanche des EM-Finals 2000, als die Franzosen sich in extremis in die Verlängerung retteten und dann dank des Golden Goals 2:1 siegten.
Die Entstehung des französischen Siegestores wird die Portugiesen noch lange ärgern. Abwehrchef Ricardo Carvalho schlug an der Strafraumgrenze Frankreichs Stürmer Thierry Henry das Standbein weg, obwohl dieser ohnehin bereits im Fallen war. Captain Zidane liess es sich danach nicht nehmen, den Strafstoss zu verwandeln. Damit wiederholte sich für beide Nationen die Geschichte. Schon vor sechs Jahren im EM-Halbfinal hatte "Zizou" den entscheidenden Penalty zum 2:1-Sieg des nachmaligen Europameisters erzielt.
Zidane war also wieder der Held Frankreichs, obwohl er diesmal nicht mehr eine fabelhafte Leistung wie noch am vergangenen Samstag gegen Brasilien abrufen musste. Sich selbst machte Zidane mit dem Siegestor das schönste Geschenk. Er wird am kommenden Sonntag das letzte Spiel seiner grandiosen Karriere im WM-Final gegen Italien bestreiten. Dass das Siegestor am Ende einer Startphase fiel, in der die Franzosen die Dominanz der Portugiesen erdulden mussten, störte im Lager der Sieger selbstredend niemand. Es unterstrich aber eine Erkenntnis, die an dieser WM offensichtlich wurde; der erste Fehler ist meistens schon der entscheidende Faux-Pas zu viel.
Die schmeichelhafte Führung gab den Franzosen sichtbar Sicherheit. Nach dem Treffer war das Mittelfeld plötzlich präsenter und übernahm die Kontrolle über das Geschehen. Das war zu Beginn noch ganz anders gewesen. Die "Equipe tricolore" verhielt sich in der Startphase überaus passiv und schaffte es nicht, Gefahr vor das portugiesische Tor zu tragen. Die Lusitaner, die zuvor in Deutschland in 480 Minuten nur einen Gegentreffer kassiert hatten, waren in der Defensive kaum gefordert; zu einsam war Thierry Henry in seinem Kampf gegen die Viererabwehr. Einzelne Rushes von Florent Malouda und Eric Abidal öffneten zwar für einen Moment das Spiel, sie führten aber nicht einziges Mal zu einem Abschluss.
Die Portugiesen waren am Anfang viel aktiver. Das offensive Mittelfeld mit Cristiano Ronaldo, Captain Figo und dem zuletzt gesperrten Deco machte viel Druck und war dem französischen Duo Claude Makelele und Patrick Vieira, aber auch den Aussenverteidigern Eric Abidal und Willy Sagnol läuferisch überlegen. Aus der Dominanz Portugals resultierte aber einmal mehr zu wenig Gefahr. Die Weitschüsse von Deco in der 4. Minute und Maniche kurz darauf waren die heikelsten Situationen für Fabien Barthez vor der Pause.
Dass sich das Problem der Ineffizienz vor dem gegnerischen Tor nach dem Rückstand akzentuierte, war einerseits auf die solide Abwehrarbeit der Franzosen zurückzuführen, andererseits aber auch auf die Ungefährlichkeit von Portugals einziger Spitze, Pauleta. Der Topskorer der französischen Ligue 1, der allerdings auch je länger desto schlechter unterstützt wurde vom enttäuschenden Deco und von Figo, war wie schon in den Partien zuvor ein Ausfall und konnte -- wie schon bei seinen schwachen Auftritten bei der EM vor zwei Jahren -- nie erklären, weshalb er Portugals Rekordtorschütze ist. Und als er nach 68 Minuten ausgewechselt wurde, trat nicht ein Stürmer ein, sondern mit Simao ein weiterer Mittelfeldspieler.
Gefährlich wurde es für Barthez in der Schlussphase nur noch einmal. Als der Keeper Frankreichs einen Freistoss von Cristiano Ronaldo aus über 30 Metern nicht festhalten konnte und Figo den Abpraller aus kurzer Distanz neben das Tor setzte (78.). Ansonsten war es ein ideen- und harmloses Anrennen der Portugiesen, die kaum zum Abschluss gelangten und die Zuschauer vor allem mit Schwalben im gegnerischen Strafraum nervten.
Portugal - Frankreich 0:1 (0:1)
WM-Stadion, München. -- 66 000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Larrionda (Uru). -- Tor: 33. Zidane (Foulpenalty) 0:1.
Portugal: Ricardo; Miguel (62. Ferreira), Carvalho, Meira, Valente; Costinha (75. Postiga), Maniche; Figo, Deco, Cristiano Ronaldo; Pauleta (68. Simao).
Frankreich: Barthez; Sagnol, Thuram, Gallas, Abidal; Vieira, Makelele; Ribéry (72. Govou), Zidane, Malouda (69. Wiltord); Henry (85. Saha).
Bemerkungen: Portugal ohne Petit (gesperrt), Frankreich komplett. 61. Miguel verletzt ausgeschieden. Verwarnungen: 82. Carvalho (Foul/im Spiel um Platz 3 gesperrt), 87. Saha (Foul/im Final gesperrt). July 05 Roberto Carlos tritt zurück[Bild: Keystone] Italien triumphiert in der 119. Minute[Bild: EQ Picture Service]
Es war keine Wiederholung des dramatischen Jahrhundertspiels von 1970 in Mexiko, doch das packende Duell der beiden bislang erfolgreichsten europäischen WM-Teams bot hochspannenden und intensiven Fussball mit deutlich mehr Torszenen, als sie zuvor in den Viertel- und Achtelfinals zu sehen waren. Einzig die Tore fehlten dem Klassiker zur Bestnote. Diese hätten zwar in der Verlängerung nach einem offenen Schlagabtausch beinahe in loser Folge fallen können: Nach nicht einmal 60 Sekunden der ersten Zugabe schob Alberto Gilardino nach schönem Sololauf am machtlosen Lehmann vorbei an den Pfosten. Nur eine Zeigerumdrehung später knallte Gianluca Zambrotta einen Hinterhaltschuss an die Latte. Danach besass Lukas Podolski die nächste Superchance zum Siegestreffer, doch der Bayern-Zugang setzte seinen Kopfball aus günstiger Position kläglich neben das Tor (105.). Podolski machte es sieben Minuten später besser, scheiterte mit seinem Schussversuch aber an Buffon, der den Ball über die Latte lenken konnte. Die Italiener versuchten nach ihrer schwachen zweiten Halbzeit mit allen Mitteln eine Entscheidung vor dem Penaltyschiessen zu erzwingen. Im Gegensatz zu den Deutschen (4 Siege bei 4 Teilnahmen) hatte Italien an WM-Endrunden sämtliche Entscheidungen vom Elfmeterpunkt (1990, 94 und 98) verloren. Doch auch die Einwechslung der zusätzlichen Offensivkräfte Alessandro Del Piero und Vincenzo Iaquinta führten vorerst nicht zum angestrebten Erfolg vor dem Penalty-Krimi. Die beiden Teamchefs hatten gleich zu Beginn für eine Überraschung gesorgt: Jürgen Klinsmann ersetzte den gesperrten Torsten Frings zwar wie erwartet durch Sebastian Kehl, er beliess zudem aber auch Bastian Schweinsteiger auf der Ersatzbank und nominierte für den Münchner im linken Mittelfeld eher unerwartet den Bremer Tim Borowski. Marcello Lippi wollte da nicht zurückstehen: Er begann auch sein 29. Länderspiel mit einer veränderten Startformation und ersetzte den verletzten Alessandro Nesta durch Rückkehrer Marco Materazzi. Überraschender aber war die offensive Spielweise seiner Mannschaft gleich zu Beginn der intensiven ersten Halbzeit. Die Italiener führten im ersten Durchgang die technisch feinere Klinge und verzeichneten mehr gute Torchancen als der Gastgeber in seinem "Wohnzimmer" Westfalenstadion, wo dieser noch kein Länderspiel verloren hat. Der einmal mehr souveräne Jens Lehmann musste in der 16. Minute sein ganzes Können aufwenden, um den alleine gegen ihn anstürmenden Simone Perrotta stoppen zu können. Später retteten der herausragende Deutsche Miroslav Klose nach einem Totti-Schuss (29.) und Christoph Metzelder (31.) nach einem Abschlussversuch von Luca Toni. Die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit verzeichneten aber die Deutschen, als Bernd Schneider nach 34 Minuten alleine aus 14 Metern zum Schuss kam und nur haarscharf über die Latte traf. Die Chancen des Gastgebers häuften sich dann in der zweiten Halbzeit im gleichen Masse, wie jene der allmählich müder werdenden Italiener abnahmen. Klose wurde von Gianluigi Buffon nach herrlichem Solo gestoppt (50.), ehe der Juve-Goalie auch gegen einen gefährlichen Podolski-Schuss (63.) Sieger blieb. Deutschland war in den zweiten 45 Minuten die spielbestimmende Mannschaft, Italien zog sich zurück und suchte sein Glück in schnellen Gegenstössen. Fabio Grosso fand als erster den Weg bis vors gegnerische Tor, wo Goalie Lehmann aber wieder richtig reagierte und gleich zweimal klärte (50.). Fünf Minuten vor Schluss konnte sich der Gastgeber erneut bei Lehmann bedanken, dass er zum vierten Mal an dieser WM ohne Gegentor blieb: Der Arsenal-Keeper war mit der Faust Sekundenbruchteile vor dem alleine anstürmenden Perrotta am Ball (85.). Deutschland - Italien 0:2 (0:0, 0:0) n.V. WM-Stadion, Dortmund. -- 65 000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Archundia (Mex). -- Tore: 119. Grosso 0:1. 120. Del Piero 0:2. Deutschland: Lehmann; Friedrich, Mertesacker, Metzelder, Lahm; Schneider (83. Odonkor), Kehl, Ballack, Borowski (72. Schweinsteiger); Klose (111. Neuville), Podolski. Italien: Buffon; Zambrotta, Cannavaro, Materazzi, Grosso; Camoranesi (91. Iaquinta), Gattuso, Pirlo, Perrotta (104. Del Piero); Totti; Toni (74. Gilardino). Bemerkungen: Deutschland ohne Frings (gesperrt), Italien ohne De Rossi (gesperrt) und Nesta (verletzt). 91. Pfostenschuss von Gilardino. 92. Lattenschuss von Zambrotta. Verwarnungen: 40. Borowski (Foul). 57. Metzelder (Foul). 90. Camoranesi (Foul). Italien bleibt Deutschlands Angstgegner[Bild: keystone] July 03 Dies und Das aus Deutschland[Bild: Keystone] Schwere Strafe für Prinz Harry Der fussballverrückte Prinz Harry (21) durfte den WM-Viertelfinal seiner Engländer gegen Portugal nicht am TV verfolgen. Diese schwere Strafe erhielt er gemäss Medienberichten von seiner Freundin Chelsy Davy (21), weil er nach einer Party seine Ex-Freundin Natalie (28) geküsst haben soll. Zum Strafprogramm gehört, dass er mit Chelsy am Spieltag einen romantischen Ausflug unternehmen musste. Nachbarn, aber nicht Freunde "Argentiniens Delegation wird bei Gate Nummer 7 erwartet, der Flug Aerolineas Argentinas ist bereit." So drückte ein brasilianischer Journalist mit der Stimme eines Flughafensprechers unverhohlen seine Freude nach dem Ausscheiden der Argentinier aus. Er war einer von vielen Medienleuten aus Brasilien, die tanzten, jubelten, sangen und grölten. Nicht bekannt ist, ob die einige Argentinier schon zu Hause waren, als schliesslich auch Brasilien ausschied. Brasilien und Argentinien sind Nachbarn, Freunde werden sie nie. Britische Buchmacher machen grossen Gewinn Die grossen Gewinner der WM-Niederlage Englands gegen Portugal sind ausgerechnet die britischen Buchmacher. Weltweit hätten nur wenige auf das Ausscheiden des englischen Teams setzen wollen, so dass den Buchmachern nun erhebliche Gewinne zufliessen. Der Wettindustrie seien durch das Ausscheiden Englands schätzungsweise 25 Millionen Pfund (36 Millionen Euro) zugeflossen, sagte ein Sprecher der britischen Buchmacherfirma William Hill. Beckham will nicht mehr Captain sein[Bild: EQ Picture Service]
Mit einem Rücktritt aus dem Nationalteam, wie er gerüchteweise durchgedrungen war, hatte Beckhams Ankündigung indessen nichts zu tun. Er werde dem Team weiterhin zur Verfügung stehen, sagte er. Sein Einsatz am 12. August im Freundschaftsspiel gegen Europameister Griechenland ist allerdings fraglich. Frankreich weint schon jetzt um Zidane[Bild: keystone] Schumacher bäumte sich auf - Doppeltriumph für FerrariIn die Formel-1-WM könnte doch noch einmal Spannung zurückkehren. Michael Schumacher gewann den Grand Prix der USA vor Felipe Massa. Fernando Alonso wurde Fünfter und büsste sechs Punkte von seinem Vorsprung ein. Beide BMW-Sauber-Fahrer schieden aus.
[si] - Der Triumph für das Ferrari-Team hatte sich im Training abgezeichnet. Die Bridgestone-Reifen waren der Konkurrenz von Michelin deutlich überlegen. Die Franzosen hatten nach dem Debakel im Vorjahr nicht das Geringste riskieren wollen und sehr harten Gummi in die USA mitgenommen. Giancarlo Fisichella wurde als bester Michelin-Fahrer Dritter mit schon 16 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Der Italiener kam dank seines weicheren Fahrstils mit den Reifen besser zurecht als sein Teamkollege Alonso, der sogar noch Jarno Trulli den Vortritt lassen musste. Der aus der Boxenstrasse gestartete Italiener hatte während der 73 Runden nur einmal nachtanken lassen. Hinter Alonso reihten sich Rubens Barrichello, David Coulthard und Vitantonio Liuzzi ein. Liuzzi bescherte somit dem Toro-Rosso-Team den ersten WM-Punkt.
Einen rabenschwarzen Tag erwischte BMW-Sauber. Nick Heidfeld wurde unmittelbar nach dem Start unschuldig in einen üblen Crash verwickelt. Juan Montoya hatte ihn ausgelöst und auch seinen Teamkollegen Kimi Räikkönen ins Verderben gerissen. Weiter hinter kollidierten Mark Webber, Scott Speed, Christian Klien und Franck Montagny, so dass nur 15 der 22 Fahrer die erste Runde beendeten. Die sieben Ausgeschiedenen bieben unverletzt. Viel Glück hatte insbesondere Heidfeld, der sich im Auto mehrmals überschlug. Jacques Villeneuve lag in der 23. Runde aussichtsreich auf Platz 7, als der BMW-Motor den Dienst versagte.
Michael Schumacher hatte am Samstag zum 67. Mal eine Pole-Position herausgefahren und feierte anderntags im siebenten Grand Prix in Indianapolis den 5. Sieg nach 2000, 03, 04 und 05. In den beiden andern Rennen war er jeweils Zweiter geworden. Dem gegenüber nimmt sich Alonsos Bilanz mager aus; nach drei Ausfällen gewann er zum ersten Mal Punkte in den USA.
Indianapolis, Indiana. Grand Prix der USA (73 Runden à 4,192/306,016 km): 1. Michael Schumacher (De), Ferrari, 1:34:35,199 (194,117 km/h). 2. Felipe Massa (Br), Ferrari, 7,984 Sekunden zurück. 3. Giancarlo Fisichella (It), Renault,16,595. 4. Jarno Trulli (It), Toyota, 23,604. 5. Fernando Alonso (Sp), Renault, 28,410. 6. Rubens Barrichello (Br), Honda, 36,516. 7. eine Runde zurück: David Coulthard (Gb), Red Bull-Ferrari. 8. Vitantonio Liuzzi (It), Toro Rosso-Cosworth V10. 9. Nico Rosberg (Fi/De), Williams-Cosworth. -- 22 Fahrer gestartet, 9 am Ziel und klassiert. -- Schnellste Runde: Michael Schumacher (56.) mit 1:12,719.
Ausfälle. Räikkönen, Heidfeld, Montoya, Webber, Speed, Klien, Montagny (alle 1. Runde): Kollision. Sato (7. Runde/12. Platz): Kollision mit Monteiro. Monteiro (10./13.): Kollisionsfolgen. Villeneuve (24./7.): Motor. Albers (38./11.): Getriebe. Ralf Schumacher (63./5.): Radlager/Bremsdefekt.
WM-Stand (10/18). Fahrer: 1. Alonso 88. 2. Michael Schumacher 69. 3. Fisichella 43. 4. Räikkönen 39. 5. Massa 36. 6. Montoya 26. 7. Button 16. 8. Barrichello 16. 9. Heidfeld 12. 10. Coulthard 10. 11. Ralf Schumacher 8. 12. Trulli 8. 13. Villeneuve 7. 14. Webber 6. 15. Rosberg 4. 16. Liuzzi 1. 17. Klien 1. 18. Speed 0. 19. Albers 0. 20. Monteiro 0. 21. Sato 0. 22. Ide 0. 23. Montagny 0. -- Teams: 1. Renault 131. 2. Ferrari 105. 3. McLaren-Mercedes 65. 4. Honda 32. 5. BMW-Sauber 19. 6. Toyota 16. 7. Red Bull-Ferrari 11. 8. Williams-Cosworth 10. 9. Toro Rosso-Cosworth 1. 10. Midland-Toyota 0. 11. Super Aguri-Honda 0.
Nächstes Rennen: Grand Prix von Frankreich in Magny-Cours am 16. Juli. July 02 Italien verlangt von Bayern Herausgabe des toten Braunbären "Bruno"Der italienische Umweltminister Pecorario Scanio will offenbar verlangen, dass der in Bayern erschossene Braunbär "Bruno" nach Italien gebracht wird. Die formelle Anfrage werde am Montag verschickt, berichtete der TV-Sender RAI.
"Bruno" heisst offiziell "JJ1" und stammt aus einer Bärenkolonie im Trentino. Der Bär sei Besitz des italienischen Staates, erklärte der Umweltminister. Das Tier, das in Bayern "hingerichtet" worden sei, solle dort nicht zur touristischen Attraktion werden.
Scanio ist auch Chef der italienischen Grünen. Er hatte bereits unmittelbar nach dem Abschuss des Bären Protestschreiben an Deutschland, Österreich und die EU versandt. Der Minister fordert eine stärkere grenzüberschreitende Koordinierung zum Schutz der Bären.
"Bruno", dessen Kadaver derzeit tiefgefroren aufbewahrt wird, soll ausgestopft in ein Museum kommen. Mehrere bayrische Museen haben bereits ihre Ansprüche angemeldet. "Bruno" war am vergangenen Montag im Morgengrauen erlegt worden, nachdem wochenlange Fangversuche gescheitert waren. FIFA untersucht Tumulte nach Deutschland - ArgentinienWüste Szenen nach Deutschland - Argentinien
Die FIFA hat eine Untersuchung der Tumulte und Handgreiflichkeiten nach dem Ende des WM-Viertelfinals Deutschland - Argentinien in Berlin angekündigt. Die Disziplinarkommission werde anhand der Berichte und von Videos untersuchen, ob noch weitere Dinge Gegenstand eines Verfahrens werden könnten, sagte FIFA-Mediendirektor Markus Siegler.
Da Deutschland bereits am Dienstag den Halbfinal in Dortmund bestreite, müsse die Disziplinarkommission vorher einen Entscheid treffen. "In Bezug auf die deutsche Mannschaft besteht eine gewisse Dringlichkeit, wenn sich einer etwas zu Schulden kommen lassen hätte", sagte Siegler.
Mit Sanktionen müssen offenbar aber vor allem die ausgeschiedenen Argentinier rechnen. Der slowakische Schiedsrichter Lubos Michel zeigte nur Leandro Cufre nach dem Penaltyschiessen eine Rote Karte. Der argentinische Reservist hatte den deutschen Verteidiger Per Mertesacker auf dessen Weg zu den Mitspielern mit einem Fusstritt zu Boden gestreckt. Gegen Cufre wird laut Siegler ein Verfahren eingeleitet, wie es immer bei einer direkten Roten Karte passiert.
In der feindseligen Atmosphäre nach Spielschluss attackierte zudem der Argentinier Maxi Rodriguez den Deutschen Sebastian Schweinsteiger, ohne dass dies zunächst geahndet wurde. Auch Deutschlands Teammanager Oliver Bierhoff war in die Tumulte verwickelt. Er war offensichtlich bei den Streitereien als Schlichter dazwischen gegangen. Brasiliens WM-Siegesserie gerissenDie WM ist für den fünffachen Weltmeister Brasilien vorbei. Nach elf WM-Siegen in Serie fanden die zu passiven Südamerikaner im Viertelfinal in Frankfurt mit Frankreich ihren Meister. Die Equipe Tricole siegte 1:0, vor acht Jahren im WM-Final 3:0.
Mit einer Direktabnahme mit dem rechten Fuss auf Freistoss-Flanke von Zinédine Zidane schoss Thierry Henry in der 57. Minute das matchentscheidende Tor. Sträflich war der Topstürmer von Arsenal am entfernteren Torpfosten alleine gelassen worden. Kurz zuvor wurde ein Treffer von Henry wegen Abseits richtigerweise aberkannt.
Frankreich trifft im Halbfinal am Mittwoch in München auf Portugal und hat mit der gegen Brasilien gezeigten Spielfreude und dem wieder gefundenen Selbstvertrauen berechtigte Siegeschancen. "Les vieux", wie die älteste WM-Equipe abschätzig genannt wurde, haben es allen Pessimisten und Kritikern gezeigt. Zidane demonstrierte in seinem 106. Länderspiel noch einmal seine ganz grosse Klasse und hat seinen Rücktritt nochmals prolongiert. Und seine Kumpanen Vieira, Makelele, Thuram, Barthez und vor allem Henry sprühten ebenfalls vor Tatendrang und Spielfreude. Zeitweise kombinierten sie wie zu den besten Weltmeisterzeiten und verteidigten hartnäckig und heroenhaft. Die Equipe Tricolore war es, die Brasilien letztmals vor acht Jahren im WM-Final mit dem 3:0 eine Niederlage zuführte. Seitdem war die Seleçao unaufhaltsam und nur noch siegreich.
Ein schwungvoller Beginn, eine flaue Mittelphase und zwei gefährliche Freistösse der Franzosen durch Henry und Zidane -- die WM-Final-Revanche von 1998 vermochte lange die hohen Erwartungen nicht zu erfüllen. Nur vereinzelt liessen die Stars in beiden Mannschaften, die am Ball überragende Einzelkönner sind, ihre Klasse aufblitzen. Aber gerissene Spielzüge und herrliche Passfolgen in horrendem Tempo oder knallharte Schüsse wurden eine Stunde lang vermisst. Zu sattelfest präsentierten sich die Abwehrreihen, zu dicht war das Defensivkonzept, zu genau kennt man sich gegenseitig.
Das änderte sich nach Henrys Führungstor. Als der Gigant wackelte, setzte Brasilien endlich zu. Nun wurde Juninho gegen Adriano getauscht, der seinen Stammplatz dem Mittelfeldspieler von Lyon abtreten musste. Auch Robinho wurde eingewechselt. Aber Frankreich verteidigte geschickt und zeitweise auch mit Glück. So zischte ein Hinterhaltschuss von Verteidiger Lucio, der erst nach 458 Minuten sein erstes Foul an der WM beging und prompt verwarnt wurde, nur knapp darüber. Und auch ein Freistoss des blassen Ronaldinho flog über die Latte. Brasilien reist erstmals seit 1990 vor dem Halbfinal heim.
Frankreich, mit dem torlosen Remis gegen die Schweiz miserabel gestartet, war dem fünffachen Weltmeister technisch ebenbürtig und besser koordiniert und inspiriert. Das Laufpensum von Spielgestalter Zidane, der alle überragte, war immens, sein Zuspiel Sonderklasse.
Brasilien - Frankreich 0:1 (0:0)
WM-Stadion, Frankfurt. -- 48 000 Zuschauer (ausverkauft). -- SR Medina Cantalejo (Sp). -- Tor: 57. Henry 0:1.
Brasilien: Dida; Cafu (76. Cicinho), Lucio, Juan, Roberto Carlos; Gilberto Silva; Juninho (63. Adriano), Zé Roberto; Kaka (79. Robinho); Ronaldinho, Ronaldo.
Frankreich: Barthez; Sagnol, Thuram, Gallas, Abidal; Vieira, Makelele; Ribéry (77. Govou), Zidane, Malouda (81. Wiltord); Henry (86. Saha).
Bemerkungen: Beide Teams komplett. Verwarnungen: 25. Cafu, 45. Juan (beide wegen Fouls), 45. Ronaldo (Hands), 74. Sagnol, 75. Lucio (beide wegen Fouls), 87. Saha (Unsportlichkeit/Ballwegschlagen), 88. Thuram (Foul). |
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